Morbus Basedow

#Morbus Basedow (Englisch: Graves‘ disease) ist eine häufige #Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Sie betrifft mehr Frauen als Männer.
Die wichtigsten Komplikationen sind:

  • #Schilddrüsenüberfunktion und
  • Endokrine #Orbitopathie

In der Regel wird die Diagnose im Rahmen der Abklärung einer #Schilddrüsenüberfunktion gestellt. Es wird dann mit einer medikamentösen Therapie begonnen. Die Schilddrüse ist oft, aber nicht immer vergrößert. Klingt die Entzündung innerhalb eines Jahres soweit ab, dass die Medikamente („#Thyreostatika“ wie #Thiamazol oder #Prothiucil, manchmal auch #Betablocker) ausgeschlichen werden können, besteht eine Chance, dass dies auch so bleibt.
Ist ein Ausschleichen nicht möglich, oder kommt es erneut zu einer Überfunktion, muss eine weiterführende Therapie überlegt werden.

Dies ist auch nötig, wenn im Rahmen der Erkrankung eine #Augenbeteiligung auftritt  („Endokrine Orbiotopathie„).

Weitere Informationen finden Sie bei darauf spezialisierten Augenärzten (z.b. www.schielen.at), bei Schilddrüsenzentren (z.B. www.schilddrüsenpraxis.at) oder auf Infoseiten.

Wurde früher oft eine #Radiojodtherapie als erste Option empfohlen, geht man heutzutage immer öfter den Weg der #Schilddrüsenoperation. Durch eine Entfernung der Schilddrüse sinkt der #Antikörperspiegel (#TSH-Rezeptorantikörper) signifikant stärker (im Vergleich zur Radiojodtherapie) und eine Endokrine Orbitopathie kann besser unter Kontrolle gebracht werden. Auch beim gleichzeitigen Vorliegen von #Schilddrüsenknoten ist eine OP die erste Wahl.

Gerne können wir im Rahmen eines #Beratungsgesprächs Ihre Erkrankung besprechen und einen detaillierten Behandlungsplan erstellen.

Prof. Riss und Prof. Scheuba im OP

Pressemitteilung über transorale Schilddrüsenchirurgie (TOETVA)

Die Pressemitteilung wurde am 5.3.2019 herausgegeben und ist unter folgendem Link abrufbar:

http://www.akhwien.at/default.aspx?pid=99&mid=18300&rid=5760


Fortschritt in der Schilddrüsenchirurgie

Schilddrüsen-Operation ohne sichtbarer Narbe am Hals

Prof. Riss und Prof. Scheuba im OP

Foto: Univ. Klinik für Chirurgie

Die transorale Schilddrüsenchirurgie wurde in Asien entwickelt, um eine minimal-invasive Operation ohne Schnitt am Hals durchführen zu können. Die Schnitte werden an der Innenseite der Unterlippe (Mundschleimhaut) gesetzt und die Drüse mittels Kameramethode entfernt. Die wenige Millimeter langen Operationswunden an der Schleimhaut heilen in der Regel schnell ab. 

Philipp Riss und Christian Scheuba von der Universitätsklinik für Chirurgie des AKH Wien machten sich mit dieser Operationsmethode durch Hospitationen, u.a. beim Erfinder der Methode in Bangkok, und bei zahlreichen Operationskursen vertraut. 

Seit 2018 kann diese Operation nun auch am AKH Wien angeboten werden und erfreut sich bei den Patien-tInnen wachsender Beliebtheit. „Wichtig ist, dass die Operationen mit den gleichen hohen Qualitätsstandards wie bei der konventionellen, offenen Chirurgie durchgeführt werden.“, sagt Philipp Riss, welcher auch im Vorstand von EUROCRINE ist. Diese Gesellschaft ermöglicht es endokrinen ChirurgInnen im Rahmen eines europaweiten Qualitätssicherungs-Projektes ihre Komplikationsraten in Echtzeit mit jenen anderer Zentren zu vergleichen und schnell gegenzulenken, falls Problemfelder erkannt werden. 

Früher wurde die Operation über einen langen, so genannten Kocher´schen Kragenschnitt durchgeführt. In den letzten Jahren konnte die offene Operationstechnik jedoch soweit verfeinert werden, dass Schnitte unter 3-4 cm die Regel sind. Durch die Schwerpunktsetzung in endokriner Chirurgie war das AKH Wien Wien österreichweit Vorreiter für die moderne Chirurgie der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse und der Nebenniere und konnte zahlreiche innovative und nicht zuletzt für die PatientInnen schonendere Operationsmethoden einführen bzw. diese verfeinern. 

Die Nachfrage nach der Schilddrüsenentfernung mittels Schlüssellochchirurgie besteht aber nicht nur bei PatientInnen. Auf Grund der steigenden Beliebtheit dieser OP-Methode gibt es Bedarf nach einem Angebot an Operationskursen, um ChirurgInnen in dieser Methode auszubilden. „Es ist eine der Aufgaben von Universitätskliniken Wissen nicht nur an Studierende, sondern auch an ÄrztInnen weiterzugeben“, so Christian Scheuba. Im September wird daher der erste OP- Kurs im deutschsprachigen Raum vom Team am AKH Wien veranstaltet.