Pressemitteilung über transorale Schilddrüsenchirurgie (TOETVA)

Die Pressemitteilung wurde am 5.3.2019 herausgegeben und ist unter folgendem Link abrufbar:

http://www.akhwien.at/default.aspx?pid=99&mid=18300&rid=5760


Fortschritt in der Schilddrüsenchirurgie

Schilddrüsen-Operation ohne sichtbarer Narbe am Hals

Prof. Riss und Prof. Scheuba im OP

Foto: Univ. Klinik für Chirurgie

Die transorale Schilddrüsenchirurgie wurde in Asien entwickelt, um eine minimal-invasive Operation ohne Schnitt am Hals durchführen zu können. Die Schnitte werden an der Innenseite der Unterlippe (Mundschleimhaut) gesetzt und die Drüse mittels Kameramethode entfernt. Die wenige Millimeter langen Operationswunden an der Schleimhaut heilen in der Regel schnell ab. 

Philipp Riss und Christian Scheuba von der Universitätsklinik für Chirurgie des AKH Wien machten sich mit dieser Operationsmethode durch Hospitationen, u.a. beim Erfinder der Methode in Bangkok, und bei zahlreichen Operationskursen vertraut. 

Seit 2018 kann diese Operation nun auch am AKH Wien angeboten werden und erfreut sich bei den Patien-tInnen wachsender Beliebtheit. „Wichtig ist, dass die Operationen mit den gleichen hohen Qualitätsstandards wie bei der konventionellen, offenen Chirurgie durchgeführt werden.“, sagt Philipp Riss, welcher auch im Vorstand von EUROCRINE ist. Diese Gesellschaft ermöglicht es endokrinen ChirurgInnen im Rahmen eines europaweiten Qualitätssicherungs-Projektes ihre Komplikationsraten in Echtzeit mit jenen anderer Zentren zu vergleichen und schnell gegenzulenken, falls Problemfelder erkannt werden. 

Früher wurde die Operation über einen langen, so genannten Kocher´schen Kragenschnitt durchgeführt. In den letzten Jahren konnte die offene Operationstechnik jedoch soweit verfeinert werden, dass Schnitte unter 3-4 cm die Regel sind. Durch die Schwerpunktsetzung in endokriner Chirurgie war das AKH Wien Wien österreichweit Vorreiter für die moderne Chirurgie der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse und der Nebenniere und konnte zahlreiche innovative und nicht zuletzt für die PatientInnen schonendere Operationsmethoden einführen bzw. diese verfeinern. 

Die Nachfrage nach der Schilddrüsenentfernung mittels Schlüssellochchirurgie besteht aber nicht nur bei PatientInnen. Auf Grund der steigenden Beliebtheit dieser OP-Methode gibt es Bedarf nach einem Angebot an Operationskursen, um ChirurgInnen in dieser Methode auszubilden. „Es ist eine der Aufgaben von Universitätskliniken Wissen nicht nur an Studierende, sondern auch an ÄrztInnen weiterzugeben“, so Christian Scheuba. Im September wird daher der erste OP- Kurs im deutschsprachigen Raum vom Team am AKH Wien veranstaltet.


Österreichische Empfehlungen zur Radiofrequenzablation von Schiddrüsenknoten

Ich freue mich Ihnen ein Konsensuspapier zur Radiofrequenzablation (RFA) von Schilddrüsenknoten vorzustellen. Der Trend zur Vermeidung von Schnitten am Hals und ästhetisch ansprechenden Behandlungsergebnissen wird immer stärker. Eine gute Beratung, welche Behandlungsmethode am sinnvollsten und schonendsten ist daher von großer Bedeutung.

In Österreich haben sie die Vertreter der verschiedenen Berufsgruppen (Schilddrüsengesellschaft, Chirurgen, Endokrinologen, Nuklearmediziner) zusammengestzt und ein Positionspapier (inkl. einer Standardisieerung der Ausbildung) erstellt.

Postitionspapier zur Radiofrequenzablation von Schilddrüsenknoten